Im Jahre 2023/24 unterstützen wir dieses Projekt mit einer Anschubfinanzierung von 10.000 EUR.
Das Projekt wird von Univ.-Prof. Dr. med. Thilo van Eimeren, Klinik für Nuklearmedizin, Uniklinik Köln in Kooperation mitUniv.-Prof. Dr. sc. nat. Daniel Aeschbach, Abteilung Schlaf und Humanfaktoren, Institut für Luft- und Raumfahrt durchgeführt.
Hierzu soll ein "Proof of Concept" erfolgen, um anschließend weitere Forschungsgelder bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft einzuwerben. Die Anschubfinanzierung ist auf ca. 1 Jahr angelegt.
Hintergrund:
Die Demenz mit Lewy-Körperchen (DLK) ist eine sehr häufige neurodegenerative Erkrankung, die zu kognitiven, motorischen und psychiatrischen Symptomen führt. Trotz intensiver Forschung ist die Erkrankung noch relativ unverstanden und stellt Betroffene sowie Angehörige vor große Herausforderungen. Ein Hauptmerkmal der kognitiven Störung bei der DLK ist die starke schwankende geistige Leistungsfähigkeit (kognitive Fluktuationen).[1] Allerdings sind diese Fluktuationen nicht gut charakterisiert und deren Ursache unklar. Die kognitiven Leistungen können innerhalb von Minuten von nahezu normaler Leistung zu schweren Funktionsstörungen wechseln und erinnern somit an die Instabilität des Wachzustands nach Schlafentzug.
Eine Instabilität des Wachzustands tritt typischerweise auf, wenn schlafauslösende Mechanismen den Wachzustand stören, was zu Aufmerksamkeitsstörungen und damit verbundenen Einbrüchen der kognitiven Leistungen führt.[2] Die Instabilität des Wachzustands und die kognitive Dysfunktion bei der DLK weisen auch eine ähnliche EEG-Signatur (Verlangsamung und variablere Frequenz) und vergleichbare Veränderungen in den funktionellen Gehirnnetzwerken (Verlust der Segregation) auf.[3] Menschen mit DLK haben häufig einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus [3]. Neben einer Traumschlaf (REM-Schlaf)-Verhaltensstörung konnten auch Veränderungen der Mikroarchitektur des Tiefschlafs (Reduktion der Schlafspindeln) gezeigt werden. Diese Veränderungen könnten in einem direkten kausalen Zusammenhang mit den kognitiven Fluktuationen stehen.
Zielsetzung:
Übergeordnete Zielsetzung des Projekts ist, wichtige Indikatoren zu generieren, die für die genauere Charakterisierung von neurobiologischen Ursachen der kognitiven Fluktuationen von entscheidender Bedeutung sind. Dies ist im Sinne eines Pilotprojekts zu verstehen, welches die Einwerbung von Forschungsgeldern bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft ermöglicht.
In diesem Pilotprojekt sollen folgende Ziele erreicht werden:
1. Erstmalige direkte Zuordnung von charakteristischen EEG-Veränderungen, welche mit kognitiven Fluktuation bei DLK einhergehen
2. Charakterisierung von schlafarchitektonischen Veränderungen, die mit kognitiven Fluktuation bei DLK einhergehen
3. Erstellung eines häuslichen Bewegungsprofils, welches das Ausmaß der kognitive Fluktuationen widerspiegelt
Zwischenbericht der Studie – April 2024:
Im Rahmen des Pilotprojekts wurde eine Studie mit insgesamt 10 Patienten geplant, von denen bisher 6 erfolgreich rekrutiert und untersucht wurden.
Die vorläufige Analyse der verwertbaren Daten von den ersten Patienten zeigt eine klare Konstellation der Veränderung bei DLK Patienten gegenüber Kontrollpersonen.
Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend und stellen einen wichtigen Schritt dar, um die Untersuchung der Mechanismen der kognitiven Fluktuationen bei DLK zu ermöglichen.
Den gesamten Zwischenbericht finden Sie hier